Aktuelles


Ausgabe Frühjahr 2018- Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Hauszeitung der Kirchlichen Sozialstation in Teningen

Gabi-Bürklin

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Autofahren im Alter? Das ist überall ein Thema, das die Gemüter bewegt. Aber auf dem Land, wo die öffentlichen Verkehrsangebote nicht so üppig sind, gewinnt die Diskussion um Fahrtüchtigkeit und Verkehrsgefährdung schnell an Fahrt. Lesen Sie auf den nächsten Seite dieser Ausgabe von GEPFLEGT ZU HAUSE, wie Sie das Thema in der Familie sensibel angehen können.

Die Medien berichten derzeit beinahe täglich über die Pflegebranche und die Situation pflegbedürftiger Menschen. Der Hintergrund: In der Politik steht die Pflege aktuell ganz oben auf der Tagesordnung. Es sollen mehr Stellen geschaffen und mehr Pflegekräfte eingestellt werden. Wir sind da schon einen Schritt weiter: Unsere Sozialstation hat im vergangenen Vierteljahr 8 – in Worten: acht! – neue Mitarbeitende eingestellt.

In diesem Sinne grüßen Sie ein bisschen stolz

 

Gabi Bürklin, Vorstand und Geschäftsleitung

Angela Müller, Vorstand und Pflegedienstleitung

Ergebnisse unserer Kundenbefragung im Januar 2018

 

„Super Team. Macht weiter so!“

Im Januar haben wir Sie, Patienten und Angehörige, gefragt, wie Sie unsere Arbeit bewerten. Wir wollten wissen, was Sie sich als Kunden wünschen, was Sie gut finden oder was wir in Ihren Augen besser machen können.

Knapp dreißig Fragen haben wir ausgearbeitet. Interessiert hat uns vor allem, wie Sie uns, die Sie täglich mit uns zu tun haben, in folgenden Punkten einschätzen:

  • Pflege- und Hilfeleistungen
  • Organisation, Preise, Finanzierung
  • Zufriedenheit mit unseren Angeboten
  • Gespräch, Einfühlung, Kontakt
  • Pünktlichkeit, Erreichbarkeit

Insgesamt 167 anonymisierte Fragebögen haben wir mit einem persönlichen Anschreiben ausgegeben. 112 Fragebögen haben wir zurückbekommen. Das ist ein Rücklauf von 67 Prozent – ein beachtliches Ergebnis und ein großartiger Vertrauensbeweis, wie wir finden. Wir danken sehr dafür, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, den Fragebogen auszufüllen!

So sehen uns unsere Kunden: „Sie haben tolle Mitarbeiterinnen!“ lautet eine der vielen lobenden Rückmeldungen, über die wir uns sehr gefreut haben. Besonders gelobt wurde die Freundlichkeit unserer Mitarbeitenden. Auch mit der Versorgung sind die meisten Kunden insgesamt sehr zufrieden. Und das, obwohl viele von ihnen beklagen, dass sie häufig von Pflegekräften besucht werden, deren Namen sie nicht kennen.

Was uns auch gefreut hat, ist die Offenheit unserer Kunden, auch dann, wenn sie mal unzufrieden sind. So wünschen sich etliche Kunden, häufiger von der Pflegedienstleitung besucht zu werden. Auch in punkto Einhaltung von Absprachen und Pünktlichkeit gibt es kritische Rückmeldungen. Aber: Für uns ist Ihre Kritik sehr wichtig, ja geradezu ein Geschenk: Sie spornt uns an, unsere Arbeit noch besser zu machen. Trauen Sie sich also, Ihre Wünsche frei zu äußern – immer!

Wie geht es weiter? Ihre Antworten verstehen wir als Auftrag, unsere Angebote und Abläufe weiterzuentwickeln. Zwei Beispiele: Gewünscht werden mehr Beratung, Anleitung und Schulung. Da werden wir 2018 unsere Kompetenzen ausbauen und vertiefen. Oder: Unsere Einsätze und Pflegetouren planen wir so, dass Sie meistens von derselben Pflegekraft besucht werden. Darin wollen wir noch besser werden. Insofern fängt die Arbeit für uns jetzt erst an!

 

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Autofahren im Alter: Oft sorgen sich die Angehörigen

 

 

Bist du noch fahrtüchtig?

Der Führerschein gilt in Deutschland ein Leben lang und für viele Senior-innen ist das

eigene Auto besonders wichtig, weil es unabhängig macht. Doch wie sollen Angehörige

reagieren, wenn sie den Eindruck haben, dass der ältere Mensch sich selbst oder andere

im Straßenverkehr gefährdet?

Ich fahre immer ganz dicht am Bordstein entlang. Dann kann mir gar nichts passieren und den Weg finde ich so auch immer am besten.“ Gudrun Z. war weit über achtzig, als sie ihren Fahrstil so treuherzig wie unbekümmert beschrieb. Den Führerschein hatte sie, vor dem Krieg noch ungewöhnlich, bereits als junge Frau gemacht, und das Autofahren ihr Leben lang beibehalten. Als sie mit neunzig erkrankte und ihre Kinder darauf bestanden, das Auto von da an in der Garage zu lassen, reagierte sie wütend und verbittert. Nicht mehr selbst am Steuer sitzen zu können, markierte eine Wende in ihrem Leben, die sie nicht akzeptieren wollte.

Autofahren im hohen Alter – ein heikles Thema. Die Zahl und Schwere selbst verursachter Verkehrsunfälle nimmt rein statistisch gesehen ab dem 75. Lebensjahr deutlich zu, so die Unfallforschung der Versicherer. Doch die Experten-innen sind sich einig, dass die Fahrtüchtigkeit nicht in erster Linie vom Alter abhängt, sondern vom Gesundheitszustand und den kognitiven Fähigkeiten, also vom Vermögen, eine komplexe Situation im Straßenverkehr schnell zu erfassen und angemessen darauf zu reagieren.

Regelmäßig zum Augenarzt

Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck lassen sich mit Medikamenten häufig gut einstellen und schränken ältere Fahrer-innen dann kaum ein. Wer an Demenz erkrankt ist, kann ebenfalls zu Beginn noch Auto fahren. Langfristig führt diese Krankheit aber auf jeden Fall dazu, dass Betroffene nicht mehr hinter dem Steuer sitzen können. Darauf sollten Arzt oder Ärztin ihre Patienten bei der Diagnose bereits vorbereiten. Für alle älteren Fahrer-innen0 ist es wichtig, dass sie regelmäßig beim Augenarzt ihre Sehfähigkeit kontrollieren lassen. Ab 50 wird ein Check alle zwei Jahre empfohlen, ab 60 dann jedes Jahr. Auch ein Hörtest sollte ab 60 im zweijährigen Rhythmus erfolgen.

Als Beifahrer-in aufmerksam beobachten

Laut einer Umfrage machen sich gut 40 Prozent der Angehörigen eines älteren Autofahrenden Familienmitglieds Sorgen um dessen Sicherheit im Straßenverkehr. Um wirklich genau einschätzen zu können, wie es um die Fahrtüchtigkeit von jemandem steht, empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), mitzufahren und zu beobachten, wie gut die oder der Betreffende in den Verkehr hineinfindet, ob die Geschwindigkeit angemessen ist und ob vielleicht Fehler beim Abbiegen gemacht werden. Besonders beim Linksabbiegen an einer Kreuzung zeigt sich, wie gut eine Fahrerin oder ein Fahrer noch in der Lage ist, auf eine komplexe Anforderung zu reagieren: Der Gegenverkehr muss beobachtet werden, man muss einschätzen, wann eine Lücke ausreicht, um loszufahren, und gleichzeitig gilt es, Fahrradfahrer und Fußgänger im Auge zu behalten.

Aber ganz wichtig: Beschränken Sie sich als Beifahrer-in im Auto auf das Beobachten. Kommentare oder Ratschläge können verunsichern, woraus sich in der aktuellen Situation ein falsches Bild ergeben kann. Außerdem wird es dann womöglich auch schwieriger, das Thema später überhaupt noch einmal aufzugreifen, weil die gereizte Stimmung nachwirkt.

Gespräche einfühlsam führen

So oder so: Um das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen, sollten Sie eine entspannte, ruhige Atmosphäre schaffen. Manchmal bietet es sich an, einen passenden Anlass abzuwarten, beispielsweise Berichte im Fernsehen oder in der Zeitung, die sich mit dem Thema Autofahren im Alter befassen, oder auch Autounfälle im Bekanntenkreis. Sie sollten trotz allem damit rechnen, dass Sie mit Ihrem Anliegen zunächst auf Ablehnung stoßen. Den Führerschein zu haben und Auto fahren zu können – das ist in unserer Gesellschaft ja viel mehr als die Möglichkeit, unabhängig von A nach B zu kommen. Auto fahren zu können ist hierzulande eng damit verbunden, sich autonom und kompetent zu fühlen – in den eigenen Augen und in denen anderer. Die Qualität des Autofahrenkönnens infrage zu stellen, rüttelt deshalb auch an den Grundfesten der Selbstwahrnehmung und des eigenen Selbstverständnisses. Wem nahegelegt wird, das Auto zukünftig stehen zu lassen und den Führerschein abzugeben, assoziiert meist: Jetzt gehöre ich zum alten Eisen!

Vermitteln Sie Ihrem Gegenüber daher unbedingt beides: Dass Sie zu ihm stehen, sich aber auch Sorgen um sein Wohlergehen machen. Die meisten älteren Menschen brauchen vor allem zunächst einmal Zeit, um nachzudenken und sich mit der veränderten Sichtweise anzufreunden.

Individuelle Vereinbarungen treffen

Sinnvoll ist es auch, sich vorab zu überlegen, was das Ergebnis des Gesprächs sein könnte. Ein Check beim Hausarzt? Ein spezielles Fahrtraining für Senior-innen? Oder individuelle Vereinbarungen, beispielsweise, dass der ältere Mensch nur noch in einem bestimmten Umkreis fährt und für längere, unbekannte Strecken öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Es ist auch gut, sich Ersatzangebote zu überlegen, wenn es zum Beispiel um Fragen geht, wie denn zukünftig ohne Auto eingekauft oder der Weg zurückgelegt werden könnte, um die Enkelkinder zu besuchen.

Außerdem: Wenn komplett aufs Selbstfahren verzichtet werden soll, muss das Auto nicht immer gleich verkauft werden. Es kann zunächst völlig ausreichend sein, wenn man verhandelt, dass das Auto nicht mehr benutzt wird, weil es manchmal – übrigens nicht nur für ältere Menschen! – schwierig ist, sich von dem geliebten Wagen zu verabschieden. Für viele ist er ja nicht nur ein Symbol der Unabhängigkeit oder vielleicht auch des sozialen Status. Oft hängen auch Erinnerungen an schöne Urlaubsfahrten daran. Nach einer Weile des Unbenutztseins ist die endgültige Trennung vielleicht viel einfacher zu verkraften.

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Quartiersentwicklung 2020

 Kirchliche Sozialstation gestalten mit

Wenn die Kommunen jetzt daran gehen, die sozialen Lebensräume in den Gemeinden attraktiver zu machen, eröffnen sich Chancen, das Zusammenleben der Generationen und das Leben im Alter neu zu organisieren. Um dem steigenden Bedarf an Pflege und Unterstützung gerecht zu werden, arbeiten Kirchliche Sozialstationen seit jeher eng mit den Kommunen zusammen.

Die von unserer Landesregierung angestoßene „Quartiersentwicklung 2020“ soll den sozialen Lebensraum in Baden-Württemberg stärken. Für die Menschen in Stadtvierteln und Dörfern, in Gemeinden und Nachbarschaften bedeutet das: mehr Lebensqualität im Alltag und mehr gesellschaftliche Teilhabe. Um solchen Ziele näher zu kommen, sind wir, die Kirchlichen Sozialstationen, traditionell engagiert. Wir sehen uns daher, wenn es um die Quartiersentwicklung geht, als ideale Partner der Kommunen. Das zeichnet uns aus: Wir bieten seit jeher gemeinwesenorientierte Pflegearrangements. Wir beteiligen Bürgerinnen und Bürger an vielen gemeindlichen Aufgaben. Wir kooperieren eng mit den örtlichen Nachbarschaftshilfen. Und durch den flächendeckenden Aufbau von Betreuungsgruppen haben wir bereits in den vergangenen Jahren den Grundstein für eine gelingende Quartiersentwicklung gelegt. Viele Sozialstationen engagieren sich bereits heute schon gemeinsam mit den Kommunen für Tagespflegen und bürgergestützte oder sogar vollständig selbstverantwortete Pflegewohngemeinschaften. Beide Angebote, Tagespflegen wie Wohngemeinschaften, tragen auch entscheidend dazu bei, dass selbst schwer pflegebedürftige Menschen auf Dauer zu Hause betreut werden können.

Gemeinsam gestalten

Die Strategie des Landes Baden-Württemberg Quartiersentwicklung 2020 begleitet und unterstützt Kommunen bei der Etablierung und Weiterentwicklung von Quartieren vor Ort. Es geht es vor allem darum, den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, was in der Praxis nicht zuletzt darauf hinausläuft, tragfähige Strukturen für Pflege und Unterstützung im Alltag zu schaffen. Die Kirchlichen Sozialstationen können das heute schon. Von den Pfarr- und Kirchengemeinden in den 1970er Jahren gegründet, ist jede Sozialstation seitdem jeweils für das Gemeinwesen in einem klar umrissenen Gebiet zuständig. Zusammen haben die gemeinnützigen Sozialstationen in den vergangenen Jahrzehnten in enger Kooperation mit den Kirchengemeinden und den Kommunen eine tragfähige, flächendeckende und qualitativ hochwertige ambulante Pflegelandschaft aufgebaut. Auch mit Blick auf das Pflegeversicherungsgesetz III, das von den Städten und Gemeinden einen verstärkten Aufbau von regionalen Versorgungstrukturen hin zu einer demenzfreundlichen Kommune fordert, spielen besonders die regionalen und dezentralen Versorungsstrukturen und -kulturen, die die Sozialstationen seit über 40 Jahren ausbauen, eine besonders wichtige Rolle.

Pflege gemeinsam verantworten

Uns, den Kirchlichen Sozialstationen, ist es ein Anliegen, die Altenhilfestrukturen in den jeweiligen Pfarr- und Kirchengemeinden und Kommunen dem örtlichen Bedarf und Wünschen entsprechend auszubauen und zu begleiten. Das ist ein klares Bekenntnis zur Subsidarität. Der zunehmende Fachkräftemangel macht es darüber hinaus notwendig, die pflegerische Grundversorgung gemeinsam mit vielen Akteuren vor Ort weiter zu entwickeln – als Pflege in geteilter Verantwortung. Unser Ziel: Menschen zusichern zu können, dass sie in ihrem Quartier in Würde alt werden und bis zu ihrem Lebensende bleiben können.

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