Aktuelles


Ausgabe Frühjahr 2020- Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Hauszeitung der Kirchlichen Sozialstation in Teningen

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Auf meiner To-Do-Liste 2020 stehen vor allem drei Punkte: Wir etablieren derzeit unser Beschwerdemanagement, um Fehler zukünftig noch besser vermeiden zu können. Mehr zu diesem Thema stellen wir Ihnen auf dieser Seite von GEPFLEGT ZU HAUSE vor. Zweitens: Pflege ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Wir wollen uns und unsere pflegerische Arbeit deshalb stärker als bislang in der Öffentlichkeit präsentieren. Und last but not least: Die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden steht ganz oben auf der Agenda, um weiterhin gute und qualifizierte Leistungen erbringen zu können. Ich bin mir sicher: Es wird für uns alle ein spannendes Jahr werden!

Ich freue mich darauf, die Ziele, die wir uns für unsere Arbeit gesteckt haben, zu erreichen.

 

Eveline Mießmer

Geschäftsleitung und Vorständin

 

Wir freuen uns über Ihre Beschwerde

Aus Fehlern lernen

Ja, Sie haben richtig gelesen: Wir freuen uns über Ihre Beschwerde. Natürlich wollen wir in erster Linie, dass Sie mit uns und unserer Arbeit zufrieden sind. Wenn das aber mal nicht der Fall sein sollte, bitten wir sehr darum, dass Sie uns das mitteilen.

 

Nur, wenn wir wissen, was schiefgelaufen ist, können wir das erstens wieder gut machen und zweitens daraus lernen, wie sich ein Fehler zukünftig vermeiden lässt. Indem Sie sich direkt bei uns beschweren, tragen Sie dazu bei, dass wir Fehlerquellen finden und die Ursachen beheben können.

Ein Beispiel: Frau Dreher (Name geändert), eine neue Kundin, wartet abends vergeblich auf unsere Pflegekraft. Ziemlich verärgert ruft sie am nächsten Morgen bei uns an. Die Kollegin im Büro der Sozialstation nimmt die Beschwerde der Kundin freundlich an, prüft zeitgleich die Unterlagen der Pflegekraft, die abends vergeblich versucht hat, Frau Dreher zu erreichen. Sie fragt gezielt nach und erfährt, dass es mehrere Hauseingänge gibt, und der Name Dreher nicht überall zu finden ist. Unsere Kollegin vereinbart einen Hausbesuch bei Frau Dreher, um an Ort und Stelle zu überlegen, wie sich das Problem am besten beheben lässt. Am Ende des Telefonats ist die Kundin geradezu glücklich: Sie fühlt sich ernstgenommen und weiß, dass wir uns kümmern.

Wir versorgen jährlich bis zu 450 Kunden und organisieren 60.000 Hausbesuche. Täglich versuchen wir, vieles möglich zu machen und auch individuelle Wünsche zu erfüllen. In einem großen Pflegeteam geht da auch mal etwas schief, es passieren Fehler. Und dann ärgern Sie sich – zu Recht.

Unser Ziel: Fehler vermeiden. Rufen Sie uns deshalb an, reden Sie mit uns oder schreiben Sie uns eine Mail. Damit wir wissen, wo Sie der Schuh drückt. Es ist egal, ob Sie Kunde sind oder Kooperationspartner, Apotheker oder Hausarzt. Wir nehmen jede Beschwerde freundlich an und ernst. Wir halten Ihre Beschwerde schriftlich fest. Ein Beschwerdeformular finden Sie, wenn Sie von uns pflegerisch betreut werden, auch in der Dokumentationsmappe, die bei Ihnen zu Hause ausliegt.

Wir werten jede Beschwerde aus. So können wir auch solche Schwachstellen erkennen, die grundsätzlich behoben werden müssen.

Es gibt keine Organisation ohne Fehler. Wir werden leider auch weiterhin Fehler machen. Aber es ist uns absolut Ernst damit, genau hinzuschauen, warum ein Fehler passiert, wie er sich zukünftig vermeiden lässt und vor allem – den Schaden wieder gut zu machen!

 

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Autofahren im Alter: Oft sorgen sich die Angehörigen

 

 

Bist du noch fahrtüchtig?

Der Führerschein gilt in Deutschland ein Leben lang und für viele Senior-innen ist das

eigene Auto besonders wichtig, weil es unabhängig macht. Doch wie sollen Angehörige

reagieren, wenn sie den Eindruck haben, dass der ältere Mensch sich selbst oder andere

im Straßenverkehr gefährdet?

Ich fahre immer ganz dicht am Bordstein entlang. Dann kann mir gar nichts passieren und den Weg finde ich so auch immer am besten.“ Gudrun Z. war weit über achtzig, als sie ihren Fahrstil so treuherzig wie unbekümmert beschrieb. Den Führerschein hatte sie, vor dem Krieg noch ungewöhnlich, bereits als junge Frau gemacht, und das Autofahren ihr Leben lang beibehalten. Als sie mit neunzig erkrankte und ihre Kinder darauf bestanden, das Auto von da an in der Garage zu lassen, reagierte sie wütend und verbittert. Nicht mehr selbst am Steuer sitzen zu können, markierte eine Wende in ihrem Leben, die sie nicht akzeptieren wollte.

Autofahren im hohen Alter – ein heikles Thema. Die Zahl und Schwere selbst verursachter Verkehrsunfälle nimmt rein statistisch gesehen ab dem 75. Lebensjahr deutlich zu, so die Unfallforschung der Versicherer. Doch die Experten-innen sind sich einig, dass die Fahrtüchtigkeit nicht in erster Linie vom Alter abhängt, sondern vom Gesundheitszustand und den kognitiven Fähigkeiten, also vom Vermögen, eine komplexe Situation im Straßenverkehr schnell zu erfassen und angemessen darauf zu reagieren.

Regelmäßig zum Augenarzt

Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck lassen sich mit Medikamenten häufig gut einstellen und schränken ältere Fahrer-innen dann kaum ein. Wer an Demenz erkrankt ist, kann ebenfalls zu Beginn noch Auto fahren. Langfristig führt diese Krankheit aber auf jeden Fall dazu, dass Betroffene nicht mehr hinter dem Steuer sitzen können. Darauf sollten Arzt oder Ärztin ihre Patienten bei der Diagnose bereits vorbereiten. Für alle älteren Fahrer-innen0 ist es wichtig, dass sie regelmäßig beim Augenarzt ihre Sehfähigkeit kontrollieren lassen. Ab 50 wird ein Check alle zwei Jahre empfohlen, ab 60 dann jedes Jahr. Auch ein Hörtest sollte ab 60 im zweijährigen Rhythmus erfolgen.

Als Beifahrer-in aufmerksam beobachten

Laut einer Umfrage machen sich gut 40 Prozent der Angehörigen eines älteren Autofahrenden Familienmitglieds Sorgen um dessen Sicherheit im Straßenverkehr. Um wirklich genau einschätzen zu können, wie es um die Fahrtüchtigkeit von jemandem steht, empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), mitzufahren und zu beobachten, wie gut die oder der Betreffende in den Verkehr hineinfindet, ob die Geschwindigkeit angemessen ist und ob vielleicht Fehler beim Abbiegen gemacht werden. Besonders beim Linksabbiegen an einer Kreuzung zeigt sich, wie gut eine Fahrerin oder ein Fahrer noch in der Lage ist, auf eine komplexe Anforderung zu reagieren: Der Gegenverkehr muss beobachtet werden, man muss einschätzen, wann eine Lücke ausreicht, um loszufahren, und gleichzeitig gilt es, Fahrradfahrer und Fußgänger im Auge zu behalten.

Aber ganz wichtig: Beschränken Sie sich als Beifahrer-in im Auto auf das Beobachten. Kommentare oder Ratschläge können verunsichern, woraus sich in der aktuellen Situation ein falsches Bild ergeben kann. Außerdem wird es dann womöglich auch schwieriger, das Thema später überhaupt noch einmal aufzugreifen, weil die gereizte Stimmung nachwirkt.

Gespräche einfühlsam führen

So oder so: Um das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen, sollten Sie eine entspannte, ruhige Atmosphäre schaffen. Manchmal bietet es sich an, einen passenden Anlass abzuwarten, beispielsweise Berichte im Fernsehen oder in der Zeitung, die sich mit dem Thema Autofahren im Alter befassen, oder auch Autounfälle im Bekanntenkreis. Sie sollten trotz allem damit rechnen, dass Sie mit Ihrem Anliegen zunächst auf Ablehnung stoßen. Den Führerschein zu haben und Auto fahren zu können – das ist in unserer Gesellschaft ja viel mehr als die Möglichkeit, unabhängig von A nach B zu kommen. Auto fahren zu können ist hierzulande eng damit verbunden, sich autonom und kompetent zu fühlen – in den eigenen Augen und in denen anderer. Die Qualität des Autofahrenkönnens infrage zu stellen, rüttelt deshalb auch an den Grundfesten der Selbstwahrnehmung und des eigenen Selbstverständnisses. Wem nahegelegt wird, das Auto zukünftig stehen zu lassen und den Führerschein abzugeben, assoziiert meist: Jetzt gehöre ich zum alten Eisen!

Vermitteln Sie Ihrem Gegenüber daher unbedingt beides: Dass Sie zu ihm stehen, sich aber auch Sorgen um sein Wohlergehen machen. Die meisten älteren Menschen brauchen vor allem zunächst einmal Zeit, um nachzudenken und sich mit der veränderten Sichtweise anzufreunden.

Individuelle Vereinbarungen treffen

Sinnvoll ist es auch, sich vorab zu überlegen, was das Ergebnis des Gesprächs sein könnte. Ein Check beim Hausarzt? Ein spezielles Fahrtraining für Senior-innen? Oder individuelle Vereinbarungen, beispielsweise, dass der ältere Mensch nur noch in einem bestimmten Umkreis fährt und für längere, unbekannte Strecken öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Es ist auch gut, sich Ersatzangebote zu überlegen, wenn es zum Beispiel um Fragen geht, wie denn zukünftig ohne Auto eingekauft oder der Weg zurückgelegt werden könnte, um die Enkelkinder zu besuchen.

Außerdem: Wenn komplett aufs Selbstfahren verzichtet werden soll, muss das Auto nicht immer gleich verkauft werden. Es kann zunächst völlig ausreichend sein, wenn man verhandelt, dass das Auto nicht mehr benutzt wird, weil es manchmal – übrigens nicht nur für ältere Menschen! – schwierig ist, sich von dem geliebten Wagen zu verabschieden. Für viele ist er ja nicht nur ein Symbol der Unabhängigkeit oder vielleicht auch des sozialen Status. Oft hängen auch Erinnerungen an schöne Urlaubsfahrten daran. Nach einer Weile des Unbenutztseins ist die endgültige Trennung vielleicht viel einfacher zu verkraften.

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Alkohol wirkt im Alter stärker

Vom Gläschen in ehren zum Gesundheitsproblem

Wenn es um riskanten Alkoholkonsum geht, stehen in der Regel Jugendliche im Fokus. Bei älteren Menschen wird viel weniger wahrgenommen, ob sie zu viel trinken. Dabei kann Alkohol im Alter noch mehr schaden.

Nur ein Gläschen am Wochenende? Oder doch jeden Tag? Oft sind schwierige Situationen der Auslöser, wenn der Alkoholkonsum im Alter steigt. Die Kinder ziehen aus und nach der Pensionierung gibt es plötzlich keine Aufgaben mehr. Es wächst das Gefühl, überflüssig zu sein. Noch größer kann die Leere werden, wenn der Ehepartner stirbt und nur die Einsamkeit bleibt. Ein Glas Wein kann dann vermeintlich helfen, denn in geringer Menge wirkt Alkohol in der Regel anregend und stimmungssteigernd. Die Nervenzellen schütten im sogenannten Belohnungssystem vermehrt Dopamin aus.

Anteil der Flüssigkeit im Körper steigt

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Wirkungsweise des Alkohols. Bei älteren Menschen sinkt der Flüssigkeitsanteil im Körper, in dem sich der aufgenommene Alkohol verteilt. Die Konzentration im Blut ist dadurch höher, was bedeutet, dass der Alkohol stärker wirkt. Dazu kommt, dass der Stoffwechsel träger wird und die Leber langsamer arbeitet. Deshalb kann der Körper den Alkohol nicht mehr so schnell abbauen wie früher. Eine Menge, die in jungen Jahren vertragen wurde, kann sich im Alter stärker auswirken und beispielsweise dazu führen, dass man stürzt.

Gefährliches Duo: Alkohol und Medikamente

Viele Menschen leiden im Alter unter chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Osteoporose, Herzschwäche oder Arteriosklerose und nehmen dafür regelmäßig ein oder mehrere Medikamente ein. Alkohol kann die positive Wirkung dieser Medikamente zunichte machen oder sogar gefährliche Wechselwirkungen produzieren. Besonders problematisch ist die Kombination von Alkohol und psychisch wirksamen Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, erklärt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. Die betäubende oder anregende Wirkung kann sich gefährlich vervielfachen. Darüber hinaus belastet Alkohol ganz allgemein den Organismus und mindert die Leistungsfähigkeit. Das liegt unter anderem daran, dass die Nervenzellen zum Abbau rund 80 Prozent des Zellsauerstoffs brauchen. Da der Körper im Alter Sauerstoff schlechter aufnimmt, kann eine abnehmende geistige oder körperliche Leistung auch durch Alkohol bedingt sein. Vielfach ist es aber schwierig zu unterscheiden, ob es sich um Gesundheitsschäden oder altersbedingte Veränderungen handelt.

Gewohnheiten ändern – lohnt sich auch im Alter

Im Alter werden langjährige Trinkgewohnheiten selten hinterfragt – und von nahestehenden Menschen häufig toleriert. Schließlich haben viele Menschen seit 40 Jahren oder noch länger Erfahrung mit alkoholischen Getränken. Dennoch lohnt es sich, diese Gewohnheiten zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Der manchmal geäußerte Gedanke, dass es im Alter doch nichts mehr nützt, weniger zu trinken, wird von der Wissenschaft nicht bestätigt. Studien belegen eindeutig, dass es sich positiv auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit auswirkt, wenn kein oder nur noch wenig Alkohol getrunken wird.

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