Aktuelles


Ausgabe Frühjahr 2021- Artikel der aktuellen Ausgabe:

 

Hauszeitung der Kirchlichen Sozialstation in Teningen

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

In meiner Rolle als Pflegedienstleitung bin ich angekommen. Nicht auf Knopfdruck und ohne Anlaufschwierigkeiten, denn die Aufgaben sind anspruchsvoll und komplex, aber mit u.a. Optimismus und Gottvertrauen.

Ich freue mich, dass in der häuslichen Pflege und Betreuung wieder mehr Nähe möglich ist. Geimpfte Mitarbeitende und regelmäßige engmaschige Test machen diese Nähe möglich und sicher.

Wo ich unsere Sozialstation in fünf Jahren sehe, werde ich oft gefragt. Meine Antwort: Als verlässliche Partnerin der Gemeinden zur Pflege und Betreuung vor allem alter Menschen. Und als wertschätzender Arbeitgeber, bei dem neue Mitarbeiter:innen Schlange stehen.

Packen wir‘s an, damit aus der Vision Wirklichkeit wird.

 

Janina Hirzler

Leiterin des Pflegedienstes und Vorständin

 

 

Palliative Hilfe und Pflege

Würdevoller Abschied vom Leben

Unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen wollen meist vor allem sicher sein können, in der letzten Lebensphase der oder des Kranken einfühlsam umsorgt und verlässlich begleitet zu sein. Mit unserem palliativen Angebot leisten wir genau das.

Anja Zawadski hat als Pflegefachkraft oft erlebt, dass Menschen weniger Angst vor dem Tod haben als Angst vor Schmerzen und Alleinsein. Sie wollen wissen, wer ihnen in der letzten Phase ihres Lebens beisteht. Unsere Mitarbeiterin hat eine Weiterbildung für palliative Pflege absolviert und gelernt, unheilbar kranke Menschen optimal zu begleiten. Sie verfügt über spezielles Fachwissen und die Fähigkeit, mit emotionalen Belastungen umzugehen.

Dazu gehört auch, sich immer wieder mit der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen. Besonders wichtig in der palliativen Versorgung ist der Umgang mit Schmerzen. Anja Zawadski arbeitet hier intensiv mit den jeweils behandelnden Ärzt:innen zusammen, damit es gelingt, den leidenden Menschen mit den jeweils wirksamsten Medikamenten die Schmerzen möglichst zu nehmen oder sie zumindest zu reduzieren.

Wo ein Mensch stirbt, gibt es meist Angehörige, die mitleiden und die durch den bevorstehenden Verlust des ihnen nahestehenden Menschen in einer Ausnahmesituation sind. Auch für sie ist unser palliatives Angebot gedacht: Wir lassen Angehörige in dieser Extremsituation nicht allein.

Ihr Fachwissen gibt Anja Zawadski auch an unsere Pflegeteams weiter, denn unser gemeinsames Ziel ist es ja, dass die von uns gepflegten Menschen sich geborgen fühlen können und möglichst schmerzfrei sind. Ihre Lebensqualität versuchen wir so gut wie möglich zu erhalten, ohne in den Sterbeprozess einzugreifen und auch ohne lebensverlängernde Maßnahmen.

In unserem Trauerbuch teilen wir die Erinnerung an unsere verstorbenen Patientinnen und Patienten. Mit einem Spruch und mit einer Kerze halten wir die Erinnerung wach. So können auch wir besser Abschied nehmen von Menschen, die wir oft über viele Jahre begleitet haben.

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Mit pflegebedürftigen Angehörigen verreisen – geht das?

Lass uns was Schönes erleben!

Das Reisen war in der Corona-Pandemie für alle eingeschränkt – und die Sehnsucht nach Erholung und Tapetenwechsel ist groß. Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreut, kennt dieses Gefühl gut. Entspannte Ferien scheinen kaum möglich zu sein. Doch es gibt spezielle Angebote für pflegebedürftige Menschen und mit etwas Planung kann eine schöne Urlauszeit gelingen, die sehr wertvoll ist.

Angelika Baier* (66) hat gegoogelt und gegoogelt. Und dann hat sie die „Auszeit“-Ferienwohnungen im Schwarzwald entdeckt. Mit Pflegebett, barrierefreiem Bad und der Möglichkeit, die Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen. Mit Ihrem Mann Jürgen (73) reiste sie in den Schwarzwald und kam mit schönen Momenten im Gepäck zurück. Es war nicht die erste Reise, die das Paar unternommen hat, obwohl Jürgen Baier an Alzheimer-Demenz erkrankt und inzwischen in Pflegegrad 5 eingestuft ist.

Viele pflegende Angehörige wünschen sich einen erholsamen Urlaub und manche hängen wehmütig den Erinnerungen an vergangene schöne Ferientage nach. Doch der Stress der Organisation scheint einfach zu groß. Wie soll das gehen? Wie sollen wir überhaupt da hinkommen? Wenn es vor Ort Probleme gibt – da bleiben wir doch lieber zu Hause. „Es ist nicht so einfach, an alles zu denken“, sagt auch Angelika Baier. „Man reist anders. Die Planung ist nur auf das Eine ausgerichtet – aber es ist es wert.“

Das Urlaubsziel auswählen

Der erste Schritt ist die Suche nach dem Urlaubsziel. Die Anreise darf bei den Baiers nicht länger als drei Stunden dauern, alles darüber hinaus wäre zu anstrengend für die beiden. „Es gibt schöne Ziele im Norden Deutschlands am Meer, aber das kommt wegen der Distanz für uns nicht in Frage“, meint Angelika Baier. So ist das Paar, das in der Nähe von Ulm lebt, bereits an den Bodensee gereist und eben in den Schwarzwald. Sie sind mit dem eigenen Auto unterwegs, auch wenn es für den Ehemann zunehmend schwieriger wird, in den Wagen einzusteigen. Für die Zukunft haben sie deshalb ein Auto mit Rollstuhlrampe im Blick.

Exotische Reiseziele spielen bei Reisen mit älteren pflegebedürftigen Angehörigen kaum eine Rolle. Es geht vielmehr darum, die tägliche, immer gleiche Pflegeroutine zu durchbrechen und Verantwortung abzugeben. Eine schöne Landschaft mit dem Blick auf die Berge oder das Wasser lässt sich meistens auch in der näheren Umgebung finden.

Eine Zeit mit wertvollen Momenten

„Der Urlaub ist so wertvoll, weil wir etwas anderes sehen und weil wir Veränderung haben. Ich achte natürlich darauf, dass meinem Mann keine Nachteile entstehen, ganz im Gegenteil, es gibt schöne Momente, in denen wir uns beide freuen“, sagt Angelika Baier und rät allen pflegenden Angehörigen den Gedanken „Das kann er oder sie doch sowieso nicht“ zu hinterfragen. Sie hat erlebt, dass verloren geglaubte Fähigkeiten wiederaufleben. Bei einem Spaziergang in schöner Natur und bei bestem Wetter war es ihrem demenzerkrankten Ehemann kurz wieder möglich, die Umgebung wahrzunehmen. Am Geländer einer kleinen Brücke stehend, genoss er den Blick auf die Landschaft unter ihnen. Das sind für sie ganz besondere Momente. Auch die Teilnahme an einer gemeinsamen Mahlzeit scheint momentan wieder möglich. Deshalb zieht die 66-Jährige das Fazit:

„Man darf nichts abschreiben. Es ist nicht alles in Stein gemeißelt und man muss es versuchen.“

Individuell reisen

Für Urlaube mit einem pflegebedürftigen Angehörigen gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach den individuellen Bedürfnissen. Wer größtmögliche Unabhängigkeit möchte, kann die Planung und Buchung selbst in die Hand nehmen und sich eine passende Unterkunft suchen. Es gibt barrierefreie Hotels und Pensionen sowie Unterkünfte mit Pflegebetten und entsprechend ausgestattete Ferienwohnungen. Zusätzlich ist mancherorts eine pflegerische Betreuung möglich, die häufig durch den örtlichen Pflegedienst geleistet wird. Ein solcher Urlaub kann auch gut gemeinsam mit der ganzen Familie, also mit Kindern und Enkelkindern geplant werden, wenn es für alle vor Ort geeignete Aktivitäten gibt.

Sich einer Gruppe anschließen

Gerade für Menschen mit Demenz sind auch betreute Gruppenreisen eine gute Möglichkeit. Die Patientinnen und Patienten werden in der Regel einen Teil des Tages von Fachkräften betreut und die Angehörigen haben in dieser Zeit frei. Sie können entspannen oder auf eigene Faust etwas unternehmen. Oftmals gibt es für sie auch Informations- und Gesprächsangebote. Darüber hinaus stehen gemeinsame Unternehmungen auf dem Plan. Eine solche Gruppenreise bietet die Möglichkeit, sich mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen und gesellig zusammen zu sein.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat beispielsweise eine Liste mit Reiseangeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zusammengestellt, die Sie unter www.deutschealzheimer.de herunterladen können. Anbieter sind die Alzheimer Angehörigen-Initiative und andere Träger der Wohlfahrtsverbände. Auch der gemeinnützige Verein Urlaub & Pflege e. V. bietet Reisen für Menschen mit Hilfs- und Pflegebedarf an. Wer den Urlaub aus eigenen Mitteln nicht finanzieren kann, hat bei diesem Anbieter die Möglichkeit, einen Förderantrag zu stellen. Dafür wurde eigens ein Förderverein gegründet.

Zitat als Einklinker

„Wir haben nur noch Momente. Und diese Momente sind Chancen, die man nutzen muss, denn sie kommen nicht wieder.“

Angelika Baier über die gemeinsamen Urlaube mit ihrem an Demenz erkrankten Ehemann.

Tipps für einen schönen Urlaub

  • Achten Sie darauf, dass die Anreise und die Ausflüge während des Urlaubs nicht zu anstrengend sind. Dann können Sie die Zeit am besten genießen.
  • Fühlen Sie sich sicher mit der Infrastruktur vor Ort? Sind Apotheken, Ärzte und Krankenhäuer in der Nähe?
  • Besprechen Sie bei der Reiseberatung/-buchung alle Besonderheiten und alle notwendigen Pflegemaßnahmen. Nur wenn es vor Ort keine Überraschungen gibt – für Sie selbst und den Reiseanbieter bzw. das Hotel – wird der Urlaub wirklich erholsam.
  • Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, die sich auf die Leistungen der Pflegekassen und die Finanzierung beziehen. Entsprechend spezialisierte Hotels und Anbieter sind in der Regel gut informierte und hilfsbereite Ansprechpartner.

Nützliche Adressen im Netz

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Interessante Bücher, Hörbücher und ein Podcast

Jetzt wird gelesen – und gehört!

Gemütlich in eine Decke auf dem Sofa kuscheln und ein gutes Buch lesen oder hören.

Das ist genau das Richtige für Herbst und Winter. Hier finden Sie eine gut gemischte

Auswahl. Lassen Sie sich von der ersten bis zur letzten Seite – oder Hörminute – fesseln.

Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

Gabriele von Arnim schreibt über die Krankheit und das Sterben ihres Mannes Martin, den sie zehn Jahre lang gepflegt hat. Martin Schulze war ein erfolgreicher Fernsehjournalist, bekannt als Moderator der Politsendung „Bericht aus Bonn”. Am Tag, als die Autorin ihrem Mann mitteilt, dass sie ihn verlassen werde, erleidet er einen Schlaganfall. Gabriele von Arnim, ebenfalls erfolgreiche Journalistin, bleibt und beschreibt in diesem literarischen Text, „wie man in Zeiten, in denen das Leben mit rohen Zumutungen über einen herfällt, Trost und Kraft findet, um die Zuversicht in ihren Schlupflöchern aufzuspüren.“ Ehrlich und berührend.

Gabriele von Arnim, Rowohlt Verlag 2021, 240 Seiten, 22 Euro, auch als E-Book und als Hörbuch, von der Autorin selbst gesprochen (Der Audio Verlag)

Leserinnen-Tipp: Hörbuch „Die hellen Tage“

Eine besondere Freundschaft zwischen zwei Mädchen und einem Jungen in 1960er Jahren. Seri, Aja und Karl wachsen in einem kleinen Ort in Süddeutschland auf. Ihre sehr unterschiedlichen Familien – und besonders die Mütter – bereiten ihnen eine unbeschwerte Kindheit und lotsen sie durch alle Untiefen. Ihre Freundschaft wird dann jedoch auf eine harte Probe gestellt. Die Autorin begleitet ihre Figuren beim Erwachsenwerden und erzählt von Freundschaft, Verlust, Verrat und Liebe. Wunderbar gesprochen von Doris Wolters – auch nach mehrfachem Hören immer wieder schön.

Zsuzsa Bánk, Sprecherin Doris Wolters, 6 Audio CDs, gekürzte Lesung mit einer Gesamtlaufzeit von 407 Minuten, Verlag Audiobuch 2011, 14,95 Euro

Über Menschen

Dora hat ihren Freund und ihr Leben in Berlin hinter sich gelassen und ein renovierungsbedürftiges Gutshaus in einem fiktiven brandenburgischen Dorf gekauft. Anlass für die Trennung ist der Lockdown in der Corona-Pandemie, doch dahinter liegt noch viel mehr, was Dora nicht genau benennen kann. Ihre neue Heimat ist keineswegs ein ländliches Idyll und sie begegnet Menschen, die in kein Raster passen – ganz besonders ihr neuer Nachbar mit rechter Gesinnung. Ein aktueller Gegenwartsroman mit Witz und ein Plädoyer für das genaue Hinschauen jenseits der Klischees.

Juli Zeh, Luchterhand Literaturverlag 2021, gebundene Ausgabe, 416 Seiten, 22 Euro, auch als E-Book und Hörbuch.

Apokalypse & Filterkaffee Podcast

Der Hörfunk- und Fernsehmoderator Micky Beisenherz brüht die Schlagzeilen des Tages frisch auf. Er macht das manchmal zusammen mit einem Gast und immer auf seine ganz eigene lässige Art, die mit einfachen Worten das benennt, was andere hinter Floskeln verstecken. Die Hörstücke sind jeweils um die fünfzehn Minuten lang und erscheinen immer montags, mittwochs und freitags um sechs Uhr morgens – können aber natürlich immer dann gehört werden, wenn es gerade in Ihren Tag passt.

Den Podcast können Sie kostenfrei abonnieren und bekommen automatisch jede Folge auf Ihr Smartphone. Dafür brauchen Sie eine entsprechende App, die oftmals vorinstalliert ist, beispielsweise Apple Podcasts oder Google Podcasts. Zum ersten Reinschnuppern können Sie den Podcast auch einfach im Netz anhören, ohne App.

 

City of girls

Die 19-jährige Vivian wird in den 1930er Jahren aus der Provinz nach New York geschickt. Ihre Tante betreibt dort das Lily Playhouse, ein Theater, das seine beste Zeit bereits hinter sich hat. Die freiheitsliebende Vivian saugt die Atmosphäre auf und stürzt sich kopfüber in das Nachtleben der Stadt. Mit ihrem Schneidertalent kreiert sie Kostüme für das Theater. Dann begeht sie einen Fehler, der ihr Leben verändert. Ein Buch über Lebenslust, Emanzipation und den Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung.

Elizabeth Gilbert, S. Fischer Verlag 2020, Taschenbuch 16,99 Euro, auch als E-Book und Audio- CD (Argon Verlag)

Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen

Margarete Magnusson ist 87 Jahre alt und mistet aus, weil sie weiß, dass der Zeitpunkt näher rückt, an dem sie diese Welt verlassen muss. Im Schwedischen gibt es sogar ein Wort dafür, nämlich „döstädning“. Das Entrümpeln und Ordnungschaffen zum Ende des Lebens ist aber keine traurige Angelegenheit, sondern macht den Alltag leichter. Behalte nur, was du liebst und was dich glücklich macht, ist das Motto von Margarete Magnusson. Außerdem habe sie so oft den Haushalt anderer Leute aufgeräumt, dass sie niemandem die Last aufbürden möge, hinter ihr aufräumen zu müssen. Warmherzig und lebensklug gibt Margarete Magnusson praktische Tipps und Anleitungen wie „döstädning“ gelingt.

Margarete Magnusson, S. Fischer Verlag 2018, 160 Seiten, 18 Euro

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